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Gustav Stresemann (1878-1929), Reichskanzler, Reichsaußenminister, Friedensnobelpreisträger, Leipziger und Berliner Burschenschafter: “Und wenn die Poesie unseres deutschen Studentenlebens von keinem anderen Volk verstanden, mitempfunden werden kann, so soll uns das nur veranlassen, umso mehr zu lieben, was dergestalt als Vermächtnis des deutschen Volkes überkommen und von uns heilig zu halten ist. … Ich bin der Burschenschaft, meiner Burschenschaft, innig verbunden und will es bis an meines Lebens Ende sein. Nur hier wächst dem Studenten jenes Verständnis für Deutschlands Geschichte, Gegenwart und Zukunft zu, die ihn als künftiger Führer unseres Volkes befähigt, seine Geschicke zu lenken. … Wir halten hoch die alten Formen, tragen bunte Mützen und Bänder, wir heben den Becher und den Schläger, zechen, singen und jubeln oft bis tief in die Nacht. Aber geben uns zugleich hin ernstem wissenschaftlichen Streben, werten den Menschen nur nach seinen Charaktereigenschaften … Fern von irgendwelcher Überhebung lehren wir die Seelen, die sich zu uns bekennen, jede ehrliche Überzeugung achten, stets der sozialen Pflicht der Gebildeten eingedenk zu bleiben, nie nach dem äußeren Rocke zu sehen, sondern nach dem Herzen, das darunter schlägt. An die Stelle des vielfach herrschenden Chauvinismus setzen wir die alte, gute Vaterlandsliebe … und wecken in der jungen Seele die so vielfach sonst beim deutschen Studenten verlorene Liebe zur Freiheit, lehren ihn hochhalten die Geistes- und Gewissensfreiheit”.

Carl Bosch (1874-1940), Chemiker, Industrieller, Erfinder, Vorstandsvorsitzender der BASF, Nobelpreisträger für Chemie, Berliner Burschenschafter: “Als Student still, bescheiden und kameradschaftlich, aber auch trinkfest! Mit einem Wort: ein Burschenschafter!”

Friedrich Nietzsche (1844-1900), Altphilologe, Philosoph (”Also sprach Zarathustra”, 1883-1891, posthum “Der Wille zur Macht”), Professor in Basel, Bonner Burschenschafter: “Das Leben in der Verbindung ist ein durchaus straffes und lebendiges. Parlamentarischer Ton wird streng gehandhabt; es sind sehr tüchtige Elemente darin. … Indessen kommt noch etwas wichtiges hinzu. Wer als Studierender seine Zeit und sein Volk kennen lernen will, muß Farbenstudent werden; die Verbindungen … stellen meist den Typus der nächsten Generation von Männern möglichst scharf dar.”

Karl Jarres (1874-1951), Reichsinnenminister, Reichsvizekanzler, Oberbürgermeister von Duisburg, Bonner Burschenschafter: “Jedem Vater und jeder Mutter, schicken sie ihren Sohn auf eine Universität, kann ich nur sagen: geh in eine Burschenschaft! Dort hat er nicht nur guten und vornehmen Umgang, sondern er wird vorbereitet und gebildet für das Leben – und darauf kommt es doch letztlich an.”

Kurt Heinrich Debus (1908-1983), Physiker und Raketenkonstrukteur, Direktor des John F. Kennedy Space Center auf Cap Canaveral, Darmstädter Burschenschafter: “Auch ich war in meiner Jugend deutscher Burschenschafter, und ich war es gern. Falsch, ich bin es recht betrachtet immer noch!”

Theodor Mommsen (1817-1903), Historiker, 1848 als Redakteur in Schleswig-Holstein an der Märzrevolution beteiligt, Professor für Römisches Recht in Leipzig, 1852 in Zürich, 1854 in Breslau und 1858 Professor für Alte Geschichte in Berlin, Reichstags- und Landtagsmitglied, 1902 als erster Deutscher Nobelpreis für Literatur: “Als ich, ein junger Student, in die Burschenschaft trat, war das mein Bekenntnis zur Pflicht, zur Treue und vor allem zur Freiheit! … In der Burschenschaft lebt man für die Freiheit – eben durch die Freiheit. Hier lernte und übte ich, als Individuum zu wirken für die Mehrheit, für das Gute. Denn das ist es, was die Burschenschaft letztendlich bezweckt und bewirkt.”