Geschichte der Frankfurt-Leipziger B! Arminia
Geschichte der Frankfurt-Leipziger B! Arminia
Der Zusammenschluss der Frankfurter und Leipziger Arminen wurde am 17. und 18. Juni 1950 feierlich durchgeführt. Aus beiden alten Verbindungen kamen viele Bundesbrüder nach Frankfurt. Die jungen Frankfurter wurden die ersten Aktiven der neuen Frankfurt-Leipziger Burschenschaft Arminia, die am 6. Juli 1950 amtlich zugelassen wurde. Arminia war die erste von der Universität “lizenzierte” Studentenverbindung nach neuem Recht. Der neue Bund übernahm die Geschichte und Tradition beider alten Verbindungen.

Das Leben als Verbindungsstudent war in diesen Jahren nicht einfach. Die meisten mussten sich neben dem Studium um ihren Lebensunterhalt kümmern, manche hatten noch familiäre Pflichten, viele kamen als Frontsoldaten aus der Gefangenschaft an die Uni und hatten Probleme mit der “Resozialisierung”. Auch von rechtlicher Seite wurden ihnen Steine in den Weg gelegt: zum Beispiel war das Fechten von Mensuren noch strikt verboten, und so mussten die ersten Partien unter strengster Geheimhaltung durchgeführt werden. Erst ein BGH-Urteil von 1953 stellte die sog. Sportmensur straffrei.
Die wichtigste Entscheidung des Fusionsbundes war die zum Erwerb eines eigenen Hauses. Unser heutiges Heim in der Paul-Ehrlich-Straße 1 wurde 1956 gekauft. Es ist im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen gelegen.

Das einhundertste Stiftungsfest, also der Geburtstag der Verbindung, 1960 war der nächste Höhepunkt unserer Geschichte. Arminia hatte sich auch nach dem Krieg in Frankfurt etabliert und feierte ein rauschendes Fest mit einem Festakt in der Paulskirche und großem Ball im überfüllten Palmengarten. Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde auch die Ehrentafel zum Gedenken an die 111 gefallenen Bundesbrüder eingeweiht.
Das folgende Jahrzehnt brachte die weiter oben angedeuteten Studentenunruhen mit sich, die natürlich auch auf die Burschenschaften als politisch immer tätige Kräfte Einfluss hatten, wenn auch nicht so, wie sich das die Führer der linken APO und Kommunen gewünscht hätten. Gerade Frankfurt war, mit den Professores Marcuse, Adorno und Horkheimer ein Zentrum der neuen Ideen mit Ché Guevara, Mao und Castro als Vorbildern.
Die damaligen Aktiven versuchten, wenn auch zahlenmäßig weit unterlegen, mit Flugblatt- und anderen Aktionen ein Gegengewicht zu setzen. Die Tatsache, dass immer wieder neue Studenten den Weg zur Arminia fanden, lässt darauf schließen, dass sie nicht ganz unerfolgreich gearbeitet haben.
Die siebziger und achtziger Jahre waren leider gekennzeichnet von Existenzsorgen der Burschenschaft. Wie in anderen Verbindungen gab es auch bei uns Schwierigkeiten, neue Mitglieder zu finden, die bereit waren, sich für den Bund einzusetzen. Teilweise hing das Überleben von der Hilfe befreundeter Burschenschafter, besonders aus Darmstadt ab, die für einige Semester nach Frankfurt kamen.
Mit der Anti-Atomkraft- und Anti-NATO- Bewegung und der Friedensbewegung gab es ab 1980 wieder eine politische Richtung, die uns nicht wohl gewogen war, und wieder nahm diese Bewegung bei Studenten ihren Anfang. Trotzdem (oder deswegen?) fanden sich gerade in diesen Jahren doch erstaunlich viele neue Bundesbrüder. Das 125. Stiftungsfest 1985 war wieder ein großes gesellschaftliches Ereignis welches viele Alte Herren in Erinnerungen schwelgen lassen.
Die deutschen Burschenschafter haben als einzige politisch relevante Gruppierung immer wieder auf die Notwendigkeit der deutschen Wiedervereinigung hingewiesen und immer an diesem Ziel festgehalten. Trotzdem waren natürlich auch die Arminen überrascht, als die friedliche Revolution in der DDR ihren unübersehbaren Weg ging mit dem bekannten und bejubelten Ergebnis des Mauerfalls 1989.
Bald schon waren die ersten Bundesbrüder nach Leipzig unterwegs, um dort eventuell wieder Arminen-Fuß zu fassen. Die Probleme aber waren zunächst zu groß. Unser altes Haus war zwar nach dem Krieg wiederaufgebaut worden, inzwischen aber erneut renovierungsbedürftig. Die neuen Eigentümer verlangten utopische Preise, und so mussten wir von diesem Plan leider Abstand nehmen. Es fanden sich einige wenige Leipziger Studenten, die von der “Idee Burschenschaft” begeistert waren und auch nach Frankfurt kamen, um einiges zu lernen. Die 1950 geborene Idee von “einer Burschenschaft an zwei Orten” ließ sich aber aus einer Vielzahl von Gründen nicht umsetzen, und so wurde die Burschenschaft Arminia zu Leipzig neu gegründet.
In Frankfurt gab es zu Beginn der 1990er mal wieder Personalnöte, doch wie immer wurden auch diese Engpässe überwunden. Dem politischen Anspruch, den die Urburschenschaft 1815 schon hatte, werden wir jedenfalls gerecht: einige von uns engagieren sich in diversen Fachschaftsräten, andere in hochschulpolitischen Gruppen und Universitätsgremien. Die junge Aktivitas hat sich im Wintersemester 1996/97entschlossen, auch im Dachverband an führender Stelle Flagge zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen. Im Sommersemester 1997 wurden wir vom Burschentag zur Vorsitzenden Burschenschaft der Deutschen Burschenschaft im Geschäftsjahr 1998/99 gewählt. Nach einem arbeits- und ereignisreichen Jahr entließ und entlastete der Burschentag uns mit Dank und Anerkennung. Im Jahr 2000 wurde das 140. Stiftungsfest gefeiert. Im Jahr 2005 wurde das 145. Stiftungsfest zusammen mit der B! Arminia zu Leipzig in Eisenach gefeiert.