Geschichte der Leipziger B! Arminia

Geschichte der Leipziger B! Arminia

Das Deutschland des mittleren 19. Jahrhunderts war geprägt von der Idee des einigen, freien deutschen Vaterlandes. Die meisten Protagonisten dieses leipzigarminia1900Gedankens waren auch Burschenschafter, und der Wahlspruch “Ehre, Freiheit, Vaterland” wurde damals gerade von freiheitlich denkenden Studenten gelebt. Aus diesem Weltbild heraus wurde Arminia am 18. Juni 1860 von 10 sächsischen Medizin- und Theologiestudenten gegründet. Die Verbindung wuchs schnell, schon bald gab es gute Beziehungen zu den anderen Burschenschaften am Ort, namentlich Dresdensia und Germania, und auch überregional war man bald ein angesehener Bund.

Die heute üblichen burschenschaftlichen Strukturen mit Aktivitas, Altherrenschaft, örtlichen Zusammenschlüssen und einem landesweiten Dachverband bildeten sich in den Folgejahren erst heraus, und auch in Leipzig gab es Irrungen und Wirrungen über den einzuschlagenden Weg. Der innere Zusammenhalt des Bundes aber war nie in Frage gestellt, in den achtziger und neunziger Jahren hatte der Bund in jedem Semester etwa 25 neue Aktive. 1902 hatte die Leipziger Arminia den Vorsitz in der Deutschen Burschenschaft inne, was auch ein Ausdruck des Ansehens der Burschenschaft war. Die Geschichte der Semester um die Jahrhundertwende ist gefüllt mit Berichten von der Teilnahme an vielen burschenschaftlichen und allgemeinen Veranstaltungen, so dass man mit Recht behaupten kann, dass die damaligen Burschenschafter einen wesentlichen Anteil am Leben der Stadt und der Hochschule in Leipzig hatten. Im Jahre 1902 erwarb die Arminia ihr erstes eigenes Haus, wodurch das Bundesleben ein neues Zentrum bekam und nochmals Auftrieb erfuhr.

Der erste Weltkrieg unterbrach die Blütezeit. 176 Arminen zogen ins Feld, 42 von ihnen mussten ihren Einsatz für Deutschland mit dem Leben bezahlen. Trotz dieser großen Zahlen konnte der Betrieb in Leipzig während des Krieges und auch danach problemlos weitergeführt werden. Die Aktivitas hatte auch weiterhin stets genügend Mitglieder, so dass man auch zulassen konnte, dass einige Bundesbrüder den Studienort wechselten. Einer von ihnen war Tornuß, der im SS 1926 als Gründungsbursche von Arminia Frankfurt in die Mainmetropole ging.

1928 wurde ein neues Haus gekauft,leipzigarminia1910 da das alte aus allen Nähten platzte. Leider konnte es seinen Zweck nur einige wenige Jahre erfüllen. Auch in Leipzig trat bald, wie an allen anderen deutschen Universitätsstädten, der unüberbrückbare Unterschied zwischen dem Korporationsstudententum und dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB) zutage. Die Arminen wurden von der Mitarbeit an der Hochschulpolitik ausgeschlossen. Wie in Frankfurt, so musste auch in Leipzig die Burschenschaft auf Druck der Nationalsozialistischen Herrschaft aufgelöst werden. Die Arminen waren 1937 gezwungen das neue Haus wieder, noch dazu mit Verlust, zu verkaufen. 1944 wurde es durch Luftangriffe zerstört.

Doch man fand Wege trotz Verbot weiter Bundesleben zu gestalten: Aus den Mitgliedern der drei alten Leipziger Burschenschaften bildete sich mit Zustimmung der NSDAP die Kameradschaft “Wartburg”, die zunächst den Zusammenhalt der Bundesbrüder gewährleistete. Mitten im zweiten Weltkrieg, 1942, wurde dann in Leipzig die Kameradschaft “Heinrich von Treitschke” gegründet, in die nur Mitglieder der alten Burschenschaft Arminia aufgenommen wurden. 36 Bundesbrüder aus Leipzig starben während des zweiten Weltkrieges.

Für die Leipziger Arminen hatte der Krieg noch weitreichendere Folgen als für die Frankfurter. Sie verloren ihre studentische Heimat, da die sowjetischen Besatzer vom ersten Tag an keinen Zweifel daran ließen, dass für Korporationen kein Raum sein werde. Am 16.7.48 trafen sich unter größten Schwierigkeiten zehn Bundesbrüder in Wolfenbüttel zu einem ersten Westtreffen, wie es der Initiator, Bundesbruder Schötz, nannte. Dieser Kreis konnte schnell erweitert werden, und man nahm am ersten Nachkriegs-Altherrentag in Rüdesheim im Oktober 49 teil. Hier wurden die ersten Gespräche mit Burschenschaftern aus Frankfurt geführt. Im Dezember 1949 stimmten die alten Leipziger Arminen darin überein, auf eine Vereinigung beider Burschenschaften hinzuwirken. Am 17. Juni 1950 kamen viele Leipziger Arminen nach Frankfurt, um diesen Beschluss in die Tat umzusetzen.

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