Geschichte der Frankfurter B! Arminia

Geschichte der Frankfurter B! Arminia

Der Dachverband der deutschen Burschenschaften, die Deutsche Burschenschaft, war bis 1914 an allen Universitäten mit mindestens zwei Mitgliedsverbindungen vertreten gewesen. Auch an der neuen Uni in Frankfurt sollten mit Hilfe von Burschenschaftern aus anderen Städten zwei Verbindungen gegründet werden.

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Die Einweihung des ersten Frankfurter Arminenhauses 1931

Der vor dem Wintersemester 1914/15 ausgebrochene Weltkrieg verhinderte diesen Plan zunächst, brachte aber durch die Niederlage und den Verlust des Elsaß einige Straßburger Studentenverbindungen an den Main, darunter auch zwei Burschenschaften: Arminia Straßburg und Germania Straßburg. Dem Wunsch des Dachverbandes war zunächst entsprochen.

1923 aber wanderte die Straßburger Burschenschaft Arminia, die mit unserem heutigen Bund nur den Namen Arminia gemeinsam hat, nach Tübingen ab, so dass die Germanen allein in Frankfurt zurückblieben. Sie bauten ein freundschaftliches Verhältnis zu einer freien Verbindung, der Chattia (gegr. 1913 an der philologischen Hochschule), auf, die den Wunsch entwickelte, dem burschenschaftlichen Dachverband beizutreten.

Die DB lehnte 1925 einen entsprechenden Antrag aus verbandspolitischen Gründen ab, beschloß aber erneut, eine zweite Burschenschaft in Frankfurt zu etablieren. Zu diesem Zwecke kamen schließlich drei Burschenschafter aus Marburg und einer aus Leipzig nach Frankfurt (damals war der Studienortwechsel noch unbürokratischer möglich als heute) und gründeten am 28. April 1926 die “Burschenschaftliche Verbindung Arminia”. Bald schon gab es intensive Beziehungen des jungen Bundes zu der Verbindung Chattia, und innerhalb weniger Monate schlossen sich viele Chatten der Arminia an, die seit Pfingsten 1926 der Deutschen Burschenschaft angehörte. 1933 trat der letzte Alte Herr der Chattia der Arminia bei, die so auch eine feste Frankfurter Wurzel erhielt. 1934 trat die älteste schlagende Frankfurter Verbindung, die Moenania, fast geschlossen der Arminia bei, nachdem ihre einstmals starke Position in Frankfurt durch interne Richtungskämpfe verlorengegangen war. Trotzdem war der junge Bund auch weiterhin auf auswärtige Hilfe anderer Burschenschaften angewiesen, die auch gerne, besonders aus Marburg und München, gewährt wurde.chargen-ab-1931

Diese Übernahmen anderer Verbindungen fielen in ihrem Endstadium schon in eine Zeit rigoroser Veränderungen auch im Verbindungsleben, den Beginn der NS-Diktatur. Die Frankfurter Arminen versuchten sehr lange sich der Gleichschaltung zu widersetzen, aber Stellung, Selbständigkeit und Ansehen der Verbindung wurden durch hochschulpolitische Maßnahmen und Erlasse der neuen Machthaber immer mehr eingeschränkt. Am 18. Oktober 1935 aber wurde der Dachverband aufgelöst, und auch die Arminen mussten Band und Mütze ablegen und sich dem neuen Reichsamtsleiter des NSDStB verpflichten. Viele Burschenschaften bestanden im Untergrund noch weiter, das alte Lebensbundprinzip wog stärker als die neuen “Ideale”. Der alte Wahlspruch “Ehre – Freiheit – Vaterland” war mit den Forderungen der NSDAP nicht zu vereinbaren.

Coulerkarte 140. Stiftungsfest

Couleurkarte zum 140. Stiftungsfest 2000

Auch wenn sich die erst zehn Jahre alte Burschenschaft Arminia im Juni 1936 gezwungenermaßen auflösen musste, bestand sie doch fort. Zunächst als Verein, später als Teil der Kameradschaft Steckelburg Frankfurt, einem Zusammenschluss alter Akademiker, deren Verbindungen das gleiche Schicksal wie die Arminen erlitten hatten. Man traf sich regelmäßig in verschiedenen Lokalen, und durch den Krieg hindurch wurde so die burschenschaftliche Idee bis zum Neuanfang gerettet.

Im zweiten Weltkrieg fielen 25 Bundesbrüder in Erfüllung ihrer burschenschaftlichen und damit vaterländischen Pflicht, auch wenn sie durch ihre Zugehörigkeit zur Arminia im politischen Gegensatz zur Diktatur der Nationalsozialisten standen.

In den ersten Nachkriegsjahren war zunächst kein Raum für den Gedanken an Korporationen. Zu viele andere Sorgen und Aufgaben waren wichtiger. Erst mit der Währungsreform 1948 und der damit zusammenhängenden allmählichen Besserung der Notsituation war Platz für erste Treffen im kleinen, aber schnell wieder wachsenden Kreis. Am 22. Oktober 49 wurde die Frankfurter Aktivitas rekonstituiert, die ein Jahr später die Basis einer neuen Verbindung werden sollte. Auf dem ersten Burschentag nach dem Krieg waren wieder einige Frankfurter Alte Herren anwesend, die erste Gespräche mit Leipziger Burschenschafter führten.

Die Idee einer Vereinigung der beiden Verbindungen war geboren, und auf Frankfurter Seite gipfelte das weitere Vorgehen in dem Beschluss vom 4. März 1950, die Frankfurter Burschenschaft Arminia aufzulösen und mit der Leipziger Burschenschaft Arminia zu fusionieren.

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